Forum Jegenstorf

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22.05.2017 -- MK

Jahresbericht 2016

Als kleine engagierte Gruppe waren wir auch 2016 gut unterwegs. Der Jahresbericht informiert über unsere vielfältigen Aktivitäten.


Jahresbericht 2016

Es war im Mai vor vier Jahren, als wir unseren Verein, das Forum Jegenstorf, gründeten. Nachdem wir im Sommer 2015 durch den Wegzug von drei Mitgliedern einen schwerwiegenden Rückgang der Mitgliederzahl hinnehmen mussten, freuten wir uns über einen Neueintritt im Jahr 2016. Trotz der geringen Mitgliederzahl war es möglich, unsere Präsenz in der Gemeinde zu verstärken. Als engagierte Gruppe waren und sind wir gut zusammen unterwegs. Dies soll der folgende Jahresbericht veranschaulichen. Er dient gleichzeitig einer Reflexion der eigenen Arbeit.

 

Das Forum auf einen Blick
- Drei Vorstandsmitglieder und eine Kassierin
- Sechs Mitglieder und drei SympathisantInnen
Neben der Mitgliederversammlung am 10. Mai 2016 haben wir uns an vier Sitzungen getroffen – dies am 23.02.2016, 23.04.2016, 16.08.2016 und 25.10.2016   
 

Anlässe und Aktivitäten

Waldparzelle
Die im Jahr zuvor mit dem Förster geplante Aufwertung der Waldparzelle konnte 2016 umgesetzt werden. Durch mehrere kleine Dämme wurde der verlandete Entwässerungsgraben erfolgreich gestaut, was zu einer deutlichen Vergrösserung und Verstetigung des Feuchtgebietes führte. Weiter wurde der Wald ausgelichtet und mit den Ästen grosse Haufen als Rückzugsort für verschiedenste Tierarten aufgeschichtet. Diese Arbeiten wurden von einer Schulklasse der Unterstufe und ihrer engagierten Lehrerin mit zwei Einsätzen im April und Juni geleistet. Die Kinder waren mit grosser Ausdauer und Begeisterung bei der Sache und lernten viel Wissenswertes über diesen Lebensraum.
 
Kindergarten Münchringen
Mit der Fusion der Gemeinden Jegenstorf und Münchringen hatte sich der Radius für unser Wirken erweitert. Dies zeigte sich in einem ersten Projekt zwischen der Kindergärtnerin von Münchringen und unserer Arbeitsgruppe Artenvielfalt. Die gezielte Förderung der Wildbienen wollten sie mit dem Bau von Insektenhotels erreichen. So wurden anfangs März 2016 gleich während zwei Tagen intensiv an der Umsetzung gearbeitet – dies in Zusammenarbeit und mit der tatkräftigen Unterstützung der Eltern. Das Ergebnis durfte sich sehen lassen. Mit der Präsentation der Bienenhotels wurde ein eindrückliches Zeichen gesetzt, das mit einem Bericht in «Der Jegenstorfer» 2/2016 ein schönes Echo fand.

Käferexkursion
Fast war es uns verwehrt, den Anlass zum dritten Geburtstag unseres Vereins zu feiern. Zweimal mussten wir wegen des stürmischen oder nassen Wetters auf die Durchführung verzichten. Erst nach den Sommerferien, am 20. August konnte der Anlass unter der Führung der Käferexpertin Lea Kamber aus Bangerten stattfinden. Auch an diesem Tag blieb die sommerliche Idylle aus. Es war kühl und regnerisch. Bei solchen Bedingungen wagen sich auch die Käfer nicht ins Freie. Zum Glück hatte Lea Kamber rechtzeitig vorgesorgt, indem sie ihre kleinen Freunde überlistet, d. h. sie vorher eingefangen hatte. So konnte sie uns mit beeindruckenden Erscheinungen aus dem Reich der Käfer überraschen. Wer sich ein Bild machen will, wird auf der Website des Forums «fündig» oder liest den Artikel in «Der Jegenstorfer» 4/2016.
Anschliessend nahmen wir die Gelegenheit wahr, auch noch der Waldparzelle einen Besuch abzustatten. Das nasskalte Wetter liess unseren Hunger anwachsen. Das Zvieri unter dem schützenden Dach der Bollwald-Hütte war sehr willkommen und stellte eine notwendige Stärkung dar. Besonders erwähnen möchten wir noch die Anwesenheit einer Delegation der UGH (Umweltgruppe Hindelbank). Trotz der widrigen Wetterbedingungen nahmen die geladenen Gäste an der Käferexkursion teil – ganz solidarisch bis zuletzt!

Standaktion Igel
Nachdem wir im Sommer einen Tisch mit Dach in der gelben Forumsfarbe für Standaktionen erworben hatten, war nun der Tag gekommen, diese Neuanschaffung einzuweihen. In Kürze war der Stand aufgestellt – wir waren bereit!
Bereit, um an jenem frostigen Morgen Ende Oktober den Igel ins Zentrum unserer Aktion zu stellen.
Diesen sympathischen und gefährdeten Nützling wollten wir unterstützen, die Leute für dessen Bedürfnisse sensibilisieren. Wir taten dies in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wildstation Landshut. Wie waren wir glücklich, mit Iris Baumberger gleich eine Expertin hier zu haben, die alle Fragen der BesucherInnen kompetent beantworten konnte. Dass sie auch noch ein Igelmädchen mitgebracht hatte, erfreute sowohl die Kinder wie auch die Erwachsenen. Ein zusätzlicher Anziehungspunkt stellten die Igelhäuser von Urs Tröhler aus Urtenen dar. Mit viel Sorgfalt hatte er sie aus «hiesigem» Tannenholz angefertigt. Ergänzt wurde unser Angebot mit der ausgezeichneten Broschüre der Stiftung «pro Igel». Am Mittag waren alle Igelhäuser verkauft, und auch vom Informationsmaterial war kein einziges Exemplar übriggeblieben. Nach diesem Ergebnis waren wir mit unserer ersten Standaktion sehr zufrieden.     

Interdiscount – Orbit
Nachdem der Bericht zur Verkehrserhebung mit viel Verspätung eingereicht worden war, studierten wir die vorgelegten Zahlen eingehend und diskutierten einige Unstimmigkeiten per Mail mit dem Zuständigen beim Oberingenieurkreis III Biel. Definitive Ergebnisse zu den Auswirkungen des ID-Verkehrs aufgrund des neuen Verteilzentrums werden erst nach dessen Inbetriebnahmen 2018 und der darauffolgenden weiteren Verkehrserhebung vorliegen. Wir bleiben am Ball.

Projekt Gelbunkenförderung in Scheunen
Zusammen mit Münchringen fusionierte 2014 auch Scheunen mit Jegenstorf, womit sich uns auch dort neue Aufgaben erschliessen. Wir wurden von einer Vertreterin der KARCH (Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz) um Mitarbeit bei der Einrichtung und Überwachung von Laichstandorten für die seltenen Gelbbauchunken angefragt, die im Gebiet von Etzelkofen/Scheunen noch an verschiedenen Stellen anzutreffen sind. Es erfolgte eine erste Begehung mit der KARCH-Vertreterin, das Projekt wird voraussichtlich im Herbst 2017 anlaufen, wenn die Einwilligung der Waldbesitzer eingeholt und die Unterstützungsverträge mit Pro Natura und dem Kanton abgeschlossen sind.

 

Ausblick
Einen ausführlicheren Einblick in unseren Aktivitäten bietet unsere Website www.forumjegenstorf.ch .
Die kleine Mitgliederzahl und die beschränkten Ressourcen werden uns nicht hindern, im Rahmen unserer Möglichkeiten auch weiterhin unsere Anliegen zu vertreten. Nach diesem Bekenntnis wird es nun ganz konkret. Wir möchten weitere Flächen ökologisch aufwerten. Deshalb zum Schluss des Jahresberichts eine Frage: Wo sind Territorien?  


Jegenstorf, 6. Mai 2017

Kathrin Müller und Marianne König

Der Jahresbericht im PDF-Format