Autor: Patrick Baer

Rehkitzrettung 2022

Rehkitzrettung 2022

2022 war die dritte Saison, in der sich das Forum Jegenstorf an der Rehkitzrettung in unserer Region mit Hilfe einer Drohne und einer Wärmebildkamera beteiligte. Was wir während dieser Saison erlebt haben zeigt, wie wichtig unsere ehrenamtliche Arbeit ist für die Erhaltung unserer einheimischen Arten.

Einsatz vor Sonnenaufgang und vor dem Arbeitsalltag
Ein kühler Donnerstagmorgen Mitte Mai 2022, an einem steilen Hang in der Region Oberburg. Das schöne Wetter der vergangenen Wochen hat das Gras gut wachsen lassen und die angekündigte sonnige und trockene Woche wird von den Landwirten genutzt, um die ersten Felder zu mähen. Es ist bereits der dritte Tag in Folge, an dem der Wecker um 04 Uhr morgens klingelt. In diesen Tagen mähen alle Landwirte gleichzeitig und unser Ziel als Drohnenpiloten in der Rehkitzrettung ist es, noch vor Sonnenaufgang so viele Felder wie möglich abzufliegen. Je nach Exposition des Feldes ist um 08:30 oder spätestens 09 Uhr Schluss mit Fliegen, denn das Feld ist durch die steigende Sonne bereits zu stark erwärmt und es wird immer schwieriger, auf dem Bild der Wärmebildkamera zwischen einem warmen Mäusehügel, einem besonnten Zaunpfahl oder einem Rehkitz zu unterscheiden.

Dieser Donnerstagmorgen ist ein guter Morgen, denn wir als Team vom Forum Jegenstorf finden unsere ersten drei Rehkitz der Saison. Sie liegen nur wenige Meter voneinander entfernt, zwei in einem Feld und eines gegenüber in einem anderen Feld. Gegen 10 Uhr erscheinen wir im Büro und können unseren Arbeitstag beginnen, während der Landwirt die abgeflogenen Felder mäht.

Eine traurige Rückmeldung
Am Nachmittag machen wir dann die routinemässige Nachfrage beim Landwirt, ob alles gut gegangen sei. Und da kommt die traurige Nachricht: Die Zwillinge in dem einen Feld wären Drillinge gewesen und ein Rehkitz wurde leider von der Mähmaschine erwischt. Das ist in der dritten Saison das erste Kitz, das wir übersehen haben. Wie konnte das nur passieren? Waren wir etwa unaufmerksam, haben uns ablenken lassen? War die Sonne doch schon zu hoch? Haben wir uns in falscher Sicherheit gewähnt, da Rehkitze in den allermeisten Fällen als Zwillinge zur Welt kommen? Oder war das Kitz tatsächlich so gut versteckt im Gras, dass es für uns nicht sichtbar war? Es sind unangenehme Fragen, die man sich als Team in diesem Moment stellen muss.

Dieser Morgen hat uns gezeigt, dass auch die Drohne mit Wärmebildkamera ihre Grenzen hat und es keine 100-prozentige Sicherheit gibt. Unsere Arbeit ist ein Abwägen zwischen Genauigkeit und Geschwindigkeit: Arbeiten wir zu schnell, übersehen wir möglicherweise etwas. Arbeiten wir hingegen zu genau und dadurch langsamer, dann steigt die Sonne und es leeren sich die Akkus der Drohne. In diesem Fall schaffen wir möglicherweise nicht alle Felder, die an diesem Tag gemäht werden sollen.

Weitermachen und sich an vielen Erfolgen freuen
Wir haben nach diesem Ereignis entschieden, weiterzumachen und noch konzentrierter zu arbeiten während den Suchflügen. So haben wir in der Saison 2022 bis Mitte Juni an 13 Einsatztagen insgesamt rund 50 ha abgeflogen und dabei 12 Rehkitz gefunden. Das ist ein tolles Ergebnis und ein neuer Rekord für unser Team. Zwischenfälle wie jenen von Mitte Mai gab es zum Glück keine mehr.

Schweizweit sind die Zahlen für 2022 noch eindrücklicher: Der Verein Rehkitzrettung Schweiz zählte 400 Teams, 27’000 abgeflogene ha und mehr als 3’000 gerettete Tiere. Das sind mehr als 3’000 Rehkitze, die nicht unter einer Mähmaschine ihr Leben verloren haben.


Planung und Vernetzung sind ausschlaggebend
Auch in diesem Jahr konnten wir mit unserem Hegeleiter Daniel Wieland zusammenarbeiten und die Einsätze in der Region rund um Jegenstorf gut planen. Ebenfalls festgestellt haben wir, dass das Interesse der Landwirte an der Rehkitzrettung und an unserer ehrenamtlichen Arbeit weiter gestiegen ist. Deshalb war es nicht immer einfach, die Einsätze zu planen, denn es gab viele Anfragen, manchmal mit weniger als einem Tag Vorlauf. Glücklicherweise nimmt aber auch die Zahl der Piloten in der Region zu, sodass wir uns vernetzen und gegenseitig aushelfen konnten. So ist das Forum Jegenstorf dieses Jahr auch mehrmals zwischen Krauchthal und Oberburg oder im Limpachtal eingesprungen, während uns an anderen Tagen in Bäriswil oder Mattstetten ausgeholfen wurde. Diese Vernetzung ist essenziell, damit möglichst wenig Anfragen wegen Überlastung der Piloten abgelehnt werden müssen.

Weitere Drohnenpiloten sind gesucht
Hättest Du Interesse, Drohnenpilot für die Rehkitzrettung zu werden? Regelmässig organisiert der Verein Rehkitzrettung Schweiz Infoveranstaltungen mit Livedemonstrationen und bietet Ausbildungskurse auch in unserer Region an. Weitere Informationen findest Du auf www.rehkitzrettung.ch.

Bilder in diesem Bericht: ©Tobias Messerli

Rehkitzrettung 2021: Schwieriges Wetter, motivierte Bauern und ein voller Erfolg!

Rehkitzrettung 2021: Schwieriges Wetter, motivierte Bauern und ein voller Erfolg!

2021 war die zweite Saison, in der sich das Forum Jegenstorf an der Rehkitzrettung in unserer Region beteiligte. Langsam kennt man sich, die Abläufe sind gefestigt, und das Buschtelefon funktioniert auch wunderbar.


Der Frühling 2021 wird aber nicht gerade für seinen Sonnenschein und seine Wärme in die Geschichtsbücher eingehen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Lange Zeit war es sehr kalt und nass und das Gras entwickelte sich langsamer als in anderen Jahren. Als dann gegen Ende Mai der Wetterbericht endlich ein paar trockene Tage voraussagte, wollten natürlich alle Landwirte gleichzeitig die Mähmaschinen starten und das Gras endlich einfahren.

Für unser Drohnen-Team um Patrick Baer bedeutete das Hochsaison: Während rund einer Woche wurde Abends nach 21 Uhr (wenn die Sonne weg ist und der Boden keine störende Wärmestrahlung mehr abgibt) und morgens zwischen 05 Uhr und 09 Uhr geflogen, was die Akkus der Drohne hergaben. Dank der wiederum hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Hegeleiter Daniel Wieland mussten wir keine Anfrage ablehnen und konnten die Felder alle rechtzeitig absuchen. Dies trotzdem, dass dieses Jahr bereits einige Landwirte mehr angerufen und um Hilfe gebeten haben als noch in unserer ersten Saison 2020.

In der Saison 2021 fanden wir auf 14 Feldern mit einer Gesamtfläche von total 28 ha insgesamt drei Rekhitze mit unserer Wärmebildkamera. In zwei Fällen fanden wir das Tier am Vorabend des geplanten Mähtermins und haben dann einen Stecken in der Nähe des Fundortes zur Markierung und zum Verblenden eingesteckt. Ein zusätzlicher Kontrollflug direkt vor dem Mähen zeigte in beiden Fällen, dass dies hervorragend funktionierte: Die Mutter merkte, dass auf dem Feld etwas nicht stimmt und hat ihr Kitz in der Nacht mit in den Wald oder auf ein benachbartes, ungefährliches Feld geführt. Die Mähmaschine konnte ohne schlechtes Gewissen gestartet werden. Das dritte gefundene Kitz war schon etwas älter und sprang bereits auf, als sich unser Helfer näherte beim Suchflug. Bei diesen Tieren ist das Mähen besonders gefährlich, da sie im hohen Gras immer wieder abliegen und erst im letzten Moment aufspringen, wenn es oftmals bereits zu spät ist. Wir haben es mit gemeinsamen Kräften geschafft, das Tier in den angrenzenden Wald zu treiben. Da der Landwirt glücklicherweise schon bereit stand, konnte er das gesicherte Feld direkt mähen, bevor das Kitz möglicherweise wieder in das Feld zurückgekehrt wäre.

Wir haben in der Saison 2021 festgestellt, dass das Interesse der Landwirte an unserer ehrenamtlichen Arbeit stark zunimmt. Deshalb sind wir auch sehr froh, haben sich an einer Infoveranstaltung im August zahlreiche interessierte Piloten und Pilotinnen aus der Region gemeldet, die nun im kommenden Winter ebenfalls die Ausbildung beim Verein Rehkitzrettung Schweiz absolvieren. So sind wir unterdessen eine schlagkräftige Truppe im Dreieck Krauchthal, Lyss, Bätterkinden und schauen zuversichtlich auf den April 2022, wenn die nächste Saison in etwa starten sollte.

Seit 2017 organisiert der Verein Rehkitzrettung Schweiz die Vernetzung und die Ausbildung von Drohnenpiloten und die Weiterentwicklung von Technik und Methode. Weitere Informationen dazu finden sich auf www.rehkitzrettung.ch.

Für die Landwirte ist die Rehkitzsuche kostenlos – sowohl die klassische Suche mit Hunden als auch die Drohnensuche. Landwirte, die bis anhin noch nicht mit der Rehkitzsuche zu tun hatten, dieses Angebot aber künftig gerne nutzen möchten, setzen sich bitte mit dem Hegeleiter für die Gemeinde Jegenstorf, Daniel Wieland in Verbindung (daniel.wieland67@gmail.com).

Fotos: Elisa Baer/Patrick Baer

Frühere Berichte zum Thema:
Interview mit dem Hegeleiter Daniel Wieland (2020)
Allgemeine Informationen zur Rehkitzrettung (2020)

Rehkitzrettung – Rückblick auf eine intensive Saison

Rehkitzrettung – Rückblick auf eine intensive Saison

Foto: Daniel Wieland

Freitag, 19. Juni 2020, 7 Uhr früh: Treffpunkt mit dem Hege-Chef für Jegenstorf, Daniel Wieland und zwei weiteren Helfern auf einem Feld im Moos zwischen Jegenstorf und Iffwil. Die letzten Tage und Wochen waren nass gewesen, doch nun öffnet sich für ein paar Tage ein Schönwetter-Fenster. In den letzten Tagen ist deshalb das Telefon bei Daniel Wieland heissgelaufen, denn er koordiniert die Rehkitzrettung in Jegenstorf. Das Oekogras muss nun dringend geschnitten werden, da sonst Fäule und Qualitätsverlust drohen.

Bevor die Landwirte mähen können, soll aber geprüft werden, ob sich nicht noch Rehkitze darin verstecken, denn das hätte fatale Folgen: Jedes Jahr werden in der Schweiz in den Monaten Mai und Juni mehrere tausend Rehkitze von Mähmaschinen getötet. Das grosse Handicap der nur wenige Tage alten Jungtiere ist, dass sie sich bei Gefahr instinktiv ducken, statt zu flüchten. Diese Taktik funktioniert sehr gut bei natürlichen Feinden wie Füchsen, ist aber nicht sehr ratsam bei einer Mähmaschine, die mit 40 km/h angebraust kommt. Sowohl Landwirt als Rehkitz sind dann chancenlos.

Deshalb stehen wir an jenem Freitag da und fliegen mit einer Drohne und Wärmebildkamera während rund 2 Stunden 6 Felder ab. Beim zweitletzten Feld passiert es: Ein verdächtiger hellgelber Punkt erscheint auf dem Bildschirm der Wärmebildkamera. Als wir uns langsam nähern, um den Punkt zu kontrollieren, springen zwei nicht mehr ganz junge Rehkitze auf, rennen etwa 10 m weg und legen sich wieder hin. Unser erster Erfolg und zweifelsohne der Höhepunkt für diese Saison! Der Landwirt wird über den Fund informiert und im Feld werden spezielle Duft-Elemente verteilt, die der Rehgeiss gar nicht gefallen und sie dazu animieren sollen, die Kitze aus dem Feld zu holen. Das Feld kann am Montag darauf ohne Zwischenfall gemäht werden.

Foto: Roland Blattner

Szenenwechsel: Es ist Ende Juli geworden und wir treffen uns nochmals mit Daniel Wieland, um über die vergangene Saison und die Rehkitzrettung im Allgemeinen zu reden:

Forum Jegenstorf: Daniel, danke dass du dir Zeit genommen hast, um mit uns nochmals auf die Saison zurückzublicken! Wie war die Saison für dich?

Daniel Wieland: Wir haben mit der Rehkitzrettung mit Drohnen nun die zweite Saison vorbei. Für mich war 2020 eine sehr gute und erfolgreiche Saison. Mein Wohlbefinden und mein Vertrauen sind in diesen beiden Jahren deutlich gestiegen. Und natürlich war ich auch sehr froh, dass wir in dem einen Feld dann noch die beiden Kitze gefunden haben. Denn es ist zwischendurch auch gut möglich, dass man für mehrere Saisons kein Kitz sieht. Aber es ist natürlich schon die Krönung unserer Arbeit, wenn man gespannt auf den Punkt am Bildschirm schaut, und dann findet man ein Kitz oder es springt sogar auf.

FJ: Was hat sich denn mit dem Einsatz der Drohne verändert im Vergleich zu früher? Rehkitzrettung wird ja schon seit Jahrzehnten betrieben.

DW: Man gewinnt an Sicherheit. Wir haben in Jegenstorf letztes Jahr mit der Rehkitzrettung durch Drohnen begonnen. Das erste, das ich damals auf dem Schirm sah, war ein Fuchs und der war so gut sichtbar! Das hat mich fasziniert und gab mir auch die Sicherheit: „Wenn er drüber geflogen ist, kannst du ruhig schlafen!“. Die Sicherheit, die Geschwindigkeit, die Verlässlichkeit – das hat massiv zugenommen. Für mich ist das die Zukunft.

Früher haben die Bauern auch noch sehr viel selber gemacht. Man hat dann mit mechanischen und chemischen Massnahmen versucht, das Muttertier so stark zu verängstigen, dass es seine Kitze aus dem Feld führte. Mit diesen damaligen Mitteln konnten auch schöne Erfolge gefeiert werden. Aber es ist Fakt: Wir hatten immer mal wieder ein Rehkitz, das einen Meter oder zwei neben uns lag und das wir nicht gesehen haben bei der Absuche zu Fuss.

Mit der Drohnentechnik folgt die Rehkitzrettung in einem gewissen Masse auch der allgemeinen Technisierung in der Landwirtschaft nach: Wir haben heute viel schlagkräftigere Maschinen und Trocknungsanlagen. Somit gewinnt man gegenüber früher bei der Heuernte etwa einen Tag und dadurch kann man auch schon kleinere Schönwetterperioden nutzen, was sich auch auf den Zeitdruck auswirkt. Dieser erhöhten Schlagkraft in der Landwirtschaft kommen wir mit der Drohnentechnik nun ebenfalls sehr nahe und können dadurch mithalten. Und trotzdem: 100 % Schutz gibt es nie und man ist immer froh, wenn das Gras gemäht ist und kein Telefon kommt.

FJ: Was ist denn die Reaktion der Landwirte auf die neue Technik?

DW: Die Reaktion ist sehr gut. Letztes Jahr haben wir die Landwirte eingeladen und ihnen die Technik gezeigt. Denn die Arbeit ist nun weniger sichtbar: Man sieht nicht mehr aufgehängte Futtersäcke von den Vergrämungsmassnahmen oder Spuren im Gras vom Absuchen. Die Landwirte sind aber auch aus anderen Bereichen der Landwirtschaft, beispielsweise im Pflanzenschutz oder dem Nützlingssektor immer mehr in Berührung mit der Drohnentechnik. Für eine erfolgreiche Rehkitzrettung mit Drohne ist das vorausschauende Handeln der Landwirte jedoch absolut zentral. Denn nach wie vor ist der Einsatz der Wärmebildkamera aufgrund der Temperaturunterschiede auf den frühen Morgen oder späten Abend beschränkt. Das funktioniert hier in Jegenstorf grundsätzlich jedoch sehr gut. Die Landwirte verlassen sich, da wo sie die Rehkitzrettung nicht selber ausführen, auch voll auf uns.

FJ: Siehst du an der Methode mit der Drohne auch Nachteile?

DW: [überlegt lange] Rein von der Technik her haben wir einen Nachteil, ja. Wir haben den Nachteil, dass wir zeitlich sehr eng gebunden sind aufgrund der Temperatur. Das ist aber nur bedingt ein Nachteil und mit einer guten Planung und einem Verständnis für die Technik machen wir ihn längst wieder wett. Ein anderer Punkt, den es nicht zu vernachlässigen gilt, sind die Anschaffungskosten. Ein Futtersack oder ein Leintuch für die Vergrämung sind praktisch gratis, aber die Anschaffung einer solchen Drohne kostet schon eine Stange Geld. Alles in allem wiegen die Vorteile die Nachteile jedoch in meinen Augen bei Weitem wieder auf.

FJ: Was sagst du Kritikern, die sagen „Die ganze Rehkitzrettung ist nur eine Werbeaktion der Jäger. Im Herbst werden die geretteten Tiere ja dann sowieso geschossen“?

DW: Ja, das mag für einige Leute seltsam anmuten und den Vorwurf hört man auch ab und zu wieder. Es ist auch absolut richtig, wir schiessen Rehe im Herbst. Das sind für mich aber ganz klar zwei Paar Schuhe, denn hier geht es primär auch um das Tierleid. Wenn ich im Herbst ein Tier schiesse, dann mache ich das nur, wenn ich mir absolut sicher bin, und für das Tier ist das ein schneller, schmerzloser Tod. Bei einem Mähtod ist das in den wenigsten Fällen so: Mit der Mähmaschine werden beispielsweise Läufe abgeschnitten oder Bäuche geöffnet. Und die Tiere sind in den wenigsten Fällen sofort tot. Das ist eine meiner Motivationen, weshalb ich diese Arbeit mache. Es geht mir hier um das Verhindern von Tierleid sowohl beim Reh als auch bei den Kühen, die sonst das mit Botulin (Leichengift) vergiftete Heu fressen und daran zugrunde gehen können.

FJ: Wie viele Rehe gibt es in und um Jegenstorf überhaupt?

DW: Wie viel Wild es pro Gemeinde gibt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Was man aber weiss, ist, dass unsere Region – der ganze Jura-Südfuss von der Solothurner Grenze bis ins Seeland (Wildraum 3&4) – mit 9’000 bis 9’500 geschätzten Tieren die wildreichste Rehregion im Kanton Bern ist. Im ganzen Kanton sind es rund 25’000 bis 30’000 Rehe. Diese Wildzahlen basieren auf Wildzählungen, die jährlich im März/April an zwei Nächten in einem ausgewählten Perimeter durchgeführt werden. Mittels Hochrechnungen aus diesen Zählungen wird dann der Frühlingsbestand inkl. Jungwild ermittelt.

FJ: Hattest du ausser jetzt mit der Rehkitzrettung sonst schon mal Kontakt zum Forum Jegenstorf?

DW: Um ehrlich zu sein: Als ich das erste Mal von dir und damit vom Forum gehört habe, musste ich zuerst mal googeln. Bis zu dem Moment wusste ich nicht mal, dass es diesen Verein gibt – Schande über mich! Anfänglich war ich auch etwas skeptisch und dachte mir „Aha – was ist das jetzt?“ Ziemlich schnell zeigte sich jedoch, dass da viel Engagement dahinter ist und es mit der Zusammenarbeit einfach passt. Ich finde es eine gute Sache und diese Art von Zusammenarbeit ist absolut nicht selbstverständlich.

FJ: Vielen Dank für das Gespräch; wir freuen uns bereits auf die Saison 2021!

Seit 2017 organisiert der Verein Rehkitzrettung Schweiz die Vernetzung und die Ausbildung von Drohnenpiloten und die Weiterentwicklung von Technik und Methode. Weitere Informationen dazu finden sich auf www.rehkitzrettung.ch.

Für die Landwirte ist die Rehkitzsuche kostenlos – sowohl die klassische Suche mit Hunden als auch die Drohnensuche. Landwirte, die bis anhin noch nicht mit der Rehkitzsuche zu tun hatten, dieses Angebot aber künftig gerne nutzen möchten, setzen sich bitte mit Daniel Wieland in Verbindung (daniel.wieland67@gmail.com).