Lebensräume für Insekten und Menschen

Lebensräume für Insekten und Menschen

Falls Sie sich fragen, was aus den just vor dem Lockdown gepflanzten Hecken im Kindergarten Dählerstock geworden ist – schauen Sie beim Gemeindeparkplatz über den Zaun oder hinter das Gemeindehaus!


Die Büsche sind gewachsen und das Gras rundherum auch. Asthaufen liegen dazwischen und die Kinder haben einfache Insektenhotels eingerichtet. Nach der grauen Winterzeit werden unter der Buche beim Gemeindehaus sogar erste Zwiebelblumen den Frühling ankündigen. Jahr für Jahr wird unser Kindergartengarten um ein paar naturnahe Nischen reicher.

Pflanzen von Blumenzwiebeln

Platanen – vom Schlosspark zum Dinosauriermuseum
Begonnen hat die Umgestaltung vor zehn Jahren im Rahmen eines Abschlusspraktikums. Der Hügel beim Weidenhaus wird seit damals nur noch zweimal pro Jahr gemäht und langsam halten Wildpflanzen Einzug. Mit der Unterstützung von Eltern wurde ein Beerengarten angelegt, ein Sitz- und Balancierkreis aus Stammabschnitten folgte und schliesslich, dank dem Engagement des Forum Jegenstorf und der Hilfe von Fritz Spring, durften wir grosse Platanenstämme aus dem Schlosspark entgegennehmen. Die Stämme sind Kletterbäume, Sitzgelegenheiten und Versteck in einem. Einmal wurden sie sogar zum Dinosauriermuseum. So grosse Knochen haben aber nur der Pronto- und der Argentinosaurus. Auch kleinere Astknochen diverser anderer Dinosaurierarten gab es zu bestaunen, alle von den Kindern sorgfältig recherchiert und gekennzeichnet. Heute könnten die Äste nach ihrem Museumsdasein ein Teil eines Asthaufens werden. Die Kinder haben vor den Sommerferien fleissig vom Forum Jegenstorf zusammengetragene Äste aus dem Schlosswäldchen zur Hecke geschleppt. Wer wohl darin überwintern wird?

Das Dinosauriermuseum im KG Dählerstock

Lockdown mit Oskar
In der Zeit des Lockdowns erhielt die Hecke regelmässig Besuch von Oskar, dem Insektenforscher aus dem gleichnamigen Bilderbuch. Er dokumentierte, wie die Büsche austrieben und zu blühen begannen, und zeigte dies den Kindern auf Youtube. Als die Kinder dann im Mai zurückkamen, staunten sie über die sich ständig wandelnde Natur. Wie gross war die Freude, als im Kindergarten sogar Distelfalter und Marienkäfer schlüpften! Sie wurden natürlich bei der neuen Hecke freigelassen. Ob sie nächstes Jahr ihre Eier im Kindergartengarten ablegen werden?

Rund ums Gemeindehaus
Die Bedingungen werden auf alle Fälle immer besser. Die Zusammenarbeit mit dem Forum Jegenstorf konnte seit einer Heckenpflanzaktion vor sieben Jahren intensiviert werden und gemeinsam mit der Gemeinde dürfen wir die nachhaltige Umgebungsgestaltung auf das Gemeindehausareal ausweiten. Geplant ist, dass die Thujahecke abgeastet wird und als Gerüst für Efeu und andere einheimische Pflanzen dient und dass es auch zum Gemeindehauseingang naturnaher wird. Die gelebte Nachhaltigkeit für die Natur, für die Gemeinde und für sich selber beglückt. Die Kinder sind stolz – dürfen sie doch aktiv und sinnstiftend ihre Umgebung mitgestalten. Toll macht ihr das!

Äste werden vom Schlosswäldchen zum Kindergarten gebracht.


Das haben die Kinder herausgefunden:

  • Krokusse wachsen aus Zwiebeln.
  • Insekten sind gut für die Pflanzen, ausser die Läuse. Deshalb haben wir Marienkäferlarven zu den Läusen gebracht.
  • Auch Büsche brauchen Wasser um zu wachsen.
  • Im Kindergartengarten hat es viele Steine im Boden und sogar Knochen! Die sind wohl von Dinosauriern, aber Frau Wehren sagt, sie sind wohl von den Schafen, da der Dählerstock einmal ein Schafstall war.
  • Schaufeln ist anstrengend!
  • Die Büsche wachsen langsamer als das Gras.
  • Bei den Krokussen darf man nicht mähen, da zuerst die Blätter trocknen müssen, damit die Zwiebel genug Saft für das neue Jahr hat.
  • Beim Spielen mit den Ästen haben wir eine echte Kröte gesehen!
  • Brennnesseln sind gut. Ganz viele Schmetterlingsraupen fressen sie.
  • Die Regenwürmer machen Erde. Sonne tut ihnen weh.
  • Die Leute haben Freude, wenn wir draussen arbeiten.


Dieser Artikel der Kindergärtnerin Anne Wehren erschien in «Der Jegenstorfer 2020/4«
Weiterer Artikel in «Der Jegenstorfer 2020/1«: «Leben soll einkehren rund um unser Gemeindehaus»

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