Schlagwort: Silbere

Dämme bauen in der Silbere

Dämme bauen in der Silbere

Verschiedene Einsätze, zum Teil privat, zum Teil mit Schulklassen, wurden auf der Waldparzelle in der Silbere bereits geleistet. Nun ging es darum, in den bestehenden Entwässerungsgraben weitere Staustufen einzubauen.


Auf alten Plänen vom 18. und Anfang 19. Jahrhundert ist ersichtlich, das die früher zum Schlossgut gehörende Parzelle mitten im Silberewald eine Wiese gewesen ist: Die «Silberen-Matte». Eine Reihe von mächtigen Eichen entlang der Parzellengrenze zeugen noch davon – es waren früher wohl Randeichen entlang des Waldrandes. Eine kleine Böschung entlang der Grenze lässt vermuten, dass es sich bei der Matte evtl. um ein Moorgebiet gehandelt hat, wo Torf abgebaut wurde, was zur Absenkung der Parzelle führte. Durch den bis heute bestehenden Entwässerungsgraben wurde die Fläche trockengelegt.

Vernässte Waldparzellen sind selten gewordene, ökologisch sehr wertvolle Lebensräume. Deshalb wurde mit der Zustimmung der Eigentümerinnen der Parzelle beschlossen, den Entwässerungsgraben an mehreren Stellen mit kleinen Dämmen zu stauen, um so Lebensräume für verschiedene Tierarten zu schaffen. Das Wasser soll damit im Wald zurückgehalten werden, statt es in die Kanalisation abzuführen. Der Wald wirkt so wie ein Schwamm, der bei Regen Wasser aufsaugt und es bei Trockenperioden wieder abgeben kann – in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Trockenheit eine äusserst wichtige Funktion.

Nach dieser historischen Einführung durch Beat Haller, machte sich die Gruppe von sieben Personen an die Arbei. Der Entwässerungsgraben wurde ca. alle fünf Meter mit einem Damm aus einem mit Erde befestigten Baumstamm gestaut. Auch neben dem Bächlein wurde eine Reihe von kleinen Tümpeln freigeschaufelt, die sich sofort mit Wasser füllten. Wer des Schaufelns in der schweren, nassen Erde müde war, konnte sich am Aufschichten von Asthaufen beteiligen.

Unterbrochen von einem kurzen Zvieri und vielen interessanten Hinweisen und Entdeckungen ging die Zeit so sehr schnell vorbei.


Informationen zu Wald und Wasser:

Mit Schulkindern im Wald

Mit Schulkindern im Wald

Das Forum Jegenstorf freut sich immer besonders, Kindern praktisches Wissen und Freude an unserer Umwelt und der Natur zu vermitteln. Diesmal war es eine ganze Schulklasse, die wir Mitte Mai in einem Waldeinsatz begleiteten.


Treffpunkt Parkplatz Vitaparcours: Zwanzig aufgestellte Kinder einer 2. Klasse und ihre zwei Lehrerinnen kamen uns mitsamt Handwagen mit Werkzeugen durch den Wald entgegen. Es war ihr dritter Tag einer ganzen Projektwoche unter dem Titel «Abenteuer Wald». Nach der Begrüssung erzählten die Kinder, was sie bereits vom Wald und vom Waldleben wussten. Wir schauten uns auch gleich vor Ort um, was es zu sehen gab: Bäume mit unterschiedlichen Rinden- und Blattarten, zwei Plakate zum Verhalten im Wald – «Bitte keinen Abfall liegenlassen» bzw. «Störung von Wildtieren vermeiden» –, die Aussicht auf den bewaldeten Urtenenberg und Bantiger gegenüber dem von Feldern geprägten Flachland.

Nach dieser kurzen Aufwärmphase ging es an die praktische Arbeit und zur Waldparzelle in der Silbere, wo Mitglieder des Forum Jegenstorf bereits mehrere Aufwertungseinsätze geleistet hatten.

Dort trug eine Gruppe Kinder Äste zu einem grossen Haufen zusammen, als Unterschlupf für Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger.

Die anderen Kinder bauten einen kleinen Damm in einem Entwässerungsgraben. Damit soll das Wasser im Wald zurückgehalten und so ein wertvolles Feuchtgebiet geschaffen werden. Der Dammbau erwies sich als richtige «Schlamm- und Dreckschlacht»: Da es vorher tagelang stark geregnet hatte, führte das Bächlein viel Wasser, welches das Baumaterial immer wieder mit sich fortschwemmte. Voll Eifer und bis zum Schluss teilweise bis oben nass und dreckig schafften die Kinder es schliesslich trotzdem, das Wasser zu stauen.


Wer mehr zu den Aufwertungsarbeiten in der Silbere wissen möchte: Zu früheren Einsätzen gibt es mehrere Berichte auf diesr Website, darunter den Bericht zum Jahreszeitenprojekt einer früheren Schulklasse:

I dr Silbere – ein neuer alter Lebensraum für Amphibien
Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Das Leben im Wald über die vier Jahreszeiten entdecken und selber bei Aufwertungsarbeiten Hand anlegen –
das taten die Kinder einer Schulklasse aus dem Säget.


Der Wunsch, mit seinen Schulkamerad*innen im Wald zu arbeiten, kam von einem Schüler selber: Der Erstklässler hatte seinen Vater Beat Haller oft in den Wald begleitet und ihm bei den Aufwertungsarbeiten einer Parzelle in der Silbere geholfen. Seine Lehrerin Verena Leuenberger nahm seine Begeisterung und seine Idee einer gemeinsamen Waldarbeit sogleich auf und bereitete die Umsetzung des Jahreszeitenprojekts mit Beat Haller vor.

Feuchtgebiet statt Entwässerung
Die Waldparzelle in der Silbere wird von einem Entwässerungsgraben durchzogen, der das Wasser aus der weiter oben liegenden Wiesenparzelle direkt in die Kanalisation ableitet und den Waldboden austrocknet. Schade, denn das Wasser könnte für die Schaffung eines wertvollen Feuchtgebietes im Wald genutzt werden. Dazu musste das Wasser im Wald zurückgehalten und verteilt werden und verschiedene Gehölze waren zu fällen, um mehr Licht in das Feuchtgebiet zu bringen. Beat Haller erarbeitete mit Zustimmung der Waldeigentümerin einen Projektplan und holte die Erlaubnis des Revierförsters Thomas Gut ein. Dann konnte es Ende April 2016 mit den Kindern losgehen.

Das Waldleben aktiv kennenlernen
Die Kinder konnten tun, was Kinder an Gewässern am liebsten tun: Dämme bauen, um das Wasser zu stauen. Daneben wurden Äste zu Haufen zusammengetragen, die Kleinsäugern, Reptilien, Amphibien und Vögeln Unterschlupf geben. In einem späteren Einsatz wurden Weidenstecklinge gepflanzt, die im frühen Frühjahr Wildbienen Nahrung bieten. Neben der Arbeit erhielten die Kinder viele anschauliche Informationen zum Leben im Wald und gingen selber auf Entdeckungsreise. Ein Highlight war die Führung durch den Revierförster und die Entdeckung eines Fuchsbaus.


Der Silberebach
Im Mai 2017 besuchte die Klasse (nun bereits als Klasse 2c) die Parzelle ein letztes Mal, um die durch die Arbeitseinsätze erreichten Veränderungen zu besichtigen. Dass nun immer ein Bächlein fliesst, beeindruckte die Kinder und es lag nahe, diesem einen Namen zu geben. Viele Vorschläge kamen zusammen: Moosbach, Allesbach, Der Bach der 100 Kaulquappen, Klassenbach, Neubach, 2C-Bach, Froschbach, Kleiner Waldbach, Moskitobach, Erlenbach, Rehbach, Silberebach (der letztendliche «Siegername») und andere. Die Bachnamen und Tagebucheinträge zeigen, dass die Kinder vieles über das Waldökosystem gelernt haben.