Schlagwort: Feuchtgebiet

Äste räumen in der Eglismatt

Äste räumen in der Eglismatt

Im Naturschutzgebiet Eglismatt, einem wertvollen Feuchtgebiet im Wald, räumten wir Äste aus der Wiese und errichteten Asthaufen im Wald.


Die Waldlichtung Eglismatt zwischen Hambüel, Grosseneiche und Glaschpewald wird auf der Karte der kantonalen Naturschutzgebiete als regionales Flachmoor geführt. Es ist das einzige kommunale Naturschutzgebiet, das im Jegenstorfer Baureglement aufgeführt und unter Schutz gestellt ist. Wertvoll ist das Gebiet durch seine Feuchtwiese, ein immer seltener werdender Lebensraum für speziell angepasste Pflanzen- und Tierarten. Zum Beispiel wachsen in der Eglismatt Sumpfdotterblumen.

Zur Pflege des Gebiets waren im Frühjahr zahlreiche Weidenbäume entlang von zwei Gewässern, die in die Wiese münden, gefällt worden. Da der Abtransport der Stämme und Äste wegen des nassen Bodens maschinell nur zum Teil möglich war, wurde das Forum Jegenstorf um Hilfe angefragt, um das Holz in Handarbeit aus der Wiese zu ziehen.

Elf Personen halfen an einem Montagnachmittag mit, Stämme und Äste zu zersägen, in den Wald zu bringen und dort fachgerecht zu Asthaufen aufzuschichten: unten kreuzweise grobe Äste als Unterschlupf für grössere Säuger, darüber hoch aufgeschichtet die feineren Äste. Dank der vielen tatkräftigen Helfer:innen war die Arbeit in recht kurzer Zeit erledigt.

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Mit Schulkindern im Wald

Mit Schulkindern im Wald

Das Forum Jegenstorf freut sich immer besonders, Kindern praktisches Wissen und Freude an unserer Umwelt und der Natur zu vermitteln. Diesmal war es eine ganze Schulklasse, die wir Mitte Mai in einem Waldeinsatz begleiteten.


Treffpunkt Parkplatz Vitaparcours: Zwanzig aufgestellte Kinder einer 2. Klasse und ihre zwei Lehrerinnen kamen uns mitsamt Handwagen mit Werkzeugen durch den Wald entgegen. Es war ihr dritter Tag einer ganzen Projektwoche unter dem Titel «Abenteuer Wald». Nach der Begrüssung erzählten die Kinder, was sie bereits vom Wald und vom Waldleben wussten. Wir schauten uns auch gleich vor Ort um, was es zu sehen gab: Bäume mit unterschiedlichen Rinden- und Blattarten, zwei Plakate zum Verhalten im Wald – «Bitte keinen Abfall liegenlassen» bzw. «Störung von Wildtieren vermeiden» –, die Aussicht auf den bewaldeten Urtenenberg und Bantiger gegenüber dem von Feldern geprägten Flachland.

Nach dieser kurzen Aufwärmphase ging es an die praktische Arbeit und zur Waldparzelle in der Silbere, wo Mitglieder des Forum Jegenstorf bereits mehrere Aufwertungseinsätze geleistet hatten.

Dort trug eine Gruppe Kinder Äste zu einem grossen Haufen zusammen, als Unterschlupf für Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger.

Die anderen Kinder bauten einen kleinen Damm in einem Entwässerungsgraben. Damit soll das Wasser im Wald zurückgehalten und so ein wertvolles Feuchtgebiet geschaffen werden. Der Dammbau erwies sich als richtige «Schlamm- und Dreckschlacht»: Da es vorher tagelang stark geregnet hatte, führte das Bächlein viel Wasser, welches das Baumaterial immer wieder mit sich fortschwemmte. Voll Eifer und bis zum Schluss teilweise bis oben nass und dreckig schafften die Kinder es schliesslich trotzdem, das Wasser zu stauen.


Wer mehr zu den Aufwertungsarbeiten in der Silbere wissen möchte: Zu früheren Einsätzen gibt es mehrere Berichte auf diesr Website, darunter den Bericht zum Jahreszeitenprojekt einer früheren Schulklasse:

I dr Silbere – ein neuer alter Lebensraum für Amphibien
Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Eine Schulklasse über die Jahreszeiten im Wald

Das Leben im Wald über die vier Jahreszeiten entdecken und selber bei Aufwertungsarbeiten Hand anlegen –
das taten die Kinder einer Schulklasse aus dem Säget.


Der Wunsch, mit seinen Schulkamerad*innen im Wald zu arbeiten, kam von einem Schüler selber: Der Erstklässler hatte seinen Vater Beat Haller oft in den Wald begleitet und ihm bei den Aufwertungsarbeiten einer Parzelle in der Silbere geholfen. Seine Lehrerin Verena Leuenberger nahm seine Begeisterung und seine Idee einer gemeinsamen Waldarbeit sogleich auf und bereitete die Umsetzung des Jahreszeitenprojekts mit Beat Haller vor.

Feuchtgebiet statt Entwässerung
Die Waldparzelle in der Silbere wird von einem Entwässerungsgraben durchzogen, der das Wasser aus der weiter oben liegenden Wiesenparzelle direkt in die Kanalisation ableitet und den Waldboden austrocknet. Schade, denn das Wasser könnte für die Schaffung eines wertvollen Feuchtgebietes im Wald genutzt werden. Dazu musste das Wasser im Wald zurückgehalten und verteilt werden und verschiedene Gehölze waren zu fällen, um mehr Licht in das Feuchtgebiet zu bringen. Beat Haller erarbeitete mit Zustimmung der Waldeigentümerin einen Projektplan und holte die Erlaubnis des Revierförsters Thomas Gut ein. Dann konnte es Ende April 2016 mit den Kindern losgehen.

Das Waldleben aktiv kennenlernen
Die Kinder konnten tun, was Kinder an Gewässern am liebsten tun: Dämme bauen, um das Wasser zu stauen. Daneben wurden Äste zu Haufen zusammengetragen, die Kleinsäugern, Reptilien, Amphibien und Vögeln Unterschlupf geben. In einem späteren Einsatz wurden Weidenstecklinge gepflanzt, die im frühen Frühjahr Wildbienen Nahrung bieten. Neben der Arbeit erhielten die Kinder viele anschauliche Informationen zum Leben im Wald und gingen selber auf Entdeckungsreise. Ein Highlight war die Führung durch den Revierförster und die Entdeckung eines Fuchsbaus.


Der Silberebach
Im Mai 2017 besuchte die Klasse (nun bereits als Klasse 2c) die Parzelle ein letztes Mal, um die durch die Arbeitseinsätze erreichten Veränderungen zu besichtigen. Dass nun immer ein Bächlein fliesst, beeindruckte die Kinder und es lag nahe, diesem einen Namen zu geben. Viele Vorschläge kamen zusammen: Moosbach, Allesbach, Der Bach der 100 Kaulquappen, Klassenbach, Neubach, 2C-Bach, Froschbach, Kleiner Waldbach, Moskitobach, Erlenbach, Rehbach, Silberebach (der letztendliche «Siegername») und andere. Die Bachnamen und Tagebucheinträge zeigen, dass die Kinder vieles über das Waldökosystem gelernt haben.