Schlagwort: Wald

Immer wieder ein Highlight…

Immer wieder ein Highlight…

… und ein voller Erfolg – mit diesen zufriedenen Kommentaren kommentierten die Teilnehmenden den Aufwertungseinsatz im Silberewald.


Die jährlichen Arbeiten zeigen Wirkung: Auf der Parzelle ist eine positive Veränderung der Artenzusammensetzung im Gange. Was anfänglich ein mehrheitlich geschlossener Hochwald mit Eichen, Buchen, Fichten, Weisstannen und einzelnen Erlen war, wird immer mehr zu einem Mosaik verschiedener Lebensgemeinschaften von Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen. Durch mehr Licht keimen junge Eichen und wachsen Sträucher, mehr Wasser im ehemaligen Entwässerungsgraben fördert Sumpfpflanzen.

Auch dieses Mal ging es darum, bisherige Dämme in dem Graben auszubessern und neue anzulegen – ganz so, wie es Kinder an Gewässern spielerisch tun. Daneben wurden einige kleinere Bäume gefällt und die Äste zu Haufen aufgeschichtet.

Dank des mehrfach gestauten Entwässerungsgrabens fliesst das Wasser in der Silbereparzelle nicht mehr direkt in die Kanalisation, sondern versickert im Waldboden. Eine Wasserlandschaft mit wie Perlen aufgereihten Tümpeln ist so entstanden, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch wichtige Funktionen hat. Neben der Förderung der Artenvielfalt speichert ein vernässter Waldboden auch sehr viel CO2 und hält der zunehmenden Hitze und Trockenheit stand.

Ein wahres Silbere-Waldmärchen

Ein wahres Silbere-Waldmärchen

Ein kleiner Bautrupp traf sich an einem Winternachmittag im Silbere-Wald, zehn Nasen vom Forum Jegenstorf, von der alten Häsin bis zum Neuling, vom flinken Primeler bis zum fleissigen Ruheständler.


Wer wollte, packte die Schaufel, grub Seelein und klatschte die lehmige Erde des Waldbächleins zu kleinen Dämmen auf. Wessen Stiefel zu Hause geblieben waren, blieb im trockenen Laub, suchte die Äste der gefällten Rottannen zusammen und schichtete sie in der Lücke des Waldrandes auf. Was sich da im Frühling in den neuen Seelein und hinter den Dämmen tummeln wird, soll ungestört sein von allzu vieler Menschenneugier.

Still war es nicht um dieses Forumsgrüpplein. Was, wie, wo am besten bauen, musste erörtert sein und zum Zvieri geplaudert und gelacht werden. Nur ein zu spät gekommener Unermüdlicher arbeitet die Pause durch, sodass am Ende des Nachmittags eine ganze Kette von kleinen Tümpeln den Bach hoch entstanden waren. Nun würde das Wasser nicht mehr eilig in der Kanalisation verschwinden, sondern im Wald verweilen und allerlei Waldbewohnenden zu Gute kommen.

Es war Zeit, den Rücken zu strecken und einen Blick in die Höhe zu tun. Riesige Eichen, Erlen, eine Ulme. Im besten Alter, nach hundert bis zweihundert Jahren kann eine Eiche sehr viel einbringen. Noch kostbarer wird sie, wenn sie bis zu ihrem Lebensende stehen bleiben darf und als Totholz für allerlei Käfer, Pilze und Organismen einen neuen Lebensraum bildet. So trägt sie zum Kreislauf bei, wo alles ineinander greift, sich ergänzt und an dem auch wir Menschen teilhaben und von dem wir leben.

Ein klein wenig konnten wir mit unserem Tun zu diesem Kreislauf beitragen, verliessen vergnügt den Wald und zogen beschwingt nach Hause.

PS: Inzwischen wurde bereits ein Fröschchen im neue Tümpel-Zuhause entdeckt. Wer weiss, vielleicht ein verwunschener Prinz…

Nachschrift:
DeinBaum.ch: Wer dazu beitragen will, alte, monumentale und seltene Bäume im Wald zu erhalten, kann eine Patenschaft für einen selbst ausgewählten Baum übernehmen oder verschenken.

Mehr Fachwissen, Wissenswertes zur Silbere und zu Renaturierung im Wald findet ihr im Beitrag zum letzten Silbere-Einsatz vom 26.2.2022.

Dämme bauen in der Silbere

Dämme bauen in der Silbere

Verschiedene Einsätze, zum Teil privat, zum Teil mit Schulklassen, wurden auf der Waldparzelle in der Silbere bereits geleistet. Nun ging es darum, in den bestehenden Entwässerungsgraben weitere Staustufen einzubauen.


Auf alten Plänen vom 18. und Anfang 19. Jahrhundert ist ersichtlich, das die früher zum Schlossgut gehörende Parzelle mitten im Silberewald eine Wiese gewesen ist: Die «Silberen-Matte». Eine Reihe von mächtigen Eichen entlang der Parzellengrenze zeugen noch davon – es waren früher wohl Randeichen entlang des Waldrandes. Eine kleine Böschung entlang der Grenze lässt vermuten, dass es sich bei der Matte evtl. um ein Moorgebiet gehandelt hat, wo Torf abgebaut wurde, was zur Absenkung der Parzelle führte. Durch den bis heute bestehenden Entwässerungsgraben wurde die Fläche trockengelegt.

Vernässte Waldparzellen sind selten gewordene, ökologisch sehr wertvolle Lebensräume. Deshalb wurde mit der Zustimmung der Eigentümerinnen der Parzelle beschlossen, den Entwässerungsgraben an mehreren Stellen mit kleinen Dämmen zu stauen, um so Lebensräume für verschiedene Tierarten zu schaffen. Das Wasser soll damit im Wald zurückgehalten werden, statt es in die Kanalisation abzuführen. Der Wald wirkt so wie ein Schwamm, der bei Regen Wasser aufsaugt und es bei Trockenperioden wieder abgeben kann – in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Trockenheit eine äusserst wichtige Funktion.

Nach dieser historischen Einführung durch Beat Haller, machte sich die Gruppe von sieben Personen an die Arbei. Der Entwässerungsgraben wurde ca. alle fünf Meter mit einem Damm aus einem mit Erde befestigten Baumstamm gestaut. Auch neben dem Bächlein wurde eine Reihe von kleinen Tümpeln freigeschaufelt, die sich sofort mit Wasser füllten. Wer des Schaufelns in der schweren, nassen Erde müde war, konnte sich am Aufschichten von Asthaufen beteiligen.

Unterbrochen von einem kurzen Zvieri und vielen interessanten Hinweisen und Entdeckungen ging die Zeit so sehr schnell vorbei.


Informationen zu Wald und Wasser: